3. Jäger sind meist Freizeitjäger – braucht es mehr Professionalität?

• Jäger sind die einzigen Naturschützer mit staatlicher Prüfung. Die Jägerprüfung wird nicht umsonst „Grünes Abitur“ genannt: mindestens 100 Stunden Theorie und bis zu 80 Stunden Praxis (Schießübungen und Exkursionen) in sechs Fachgebieten muss ein angehender Jäger absolvieren, um die Jägerprüfung bestehen zu können.

• Das Management von Wildbeständen funktioniert nur gemeinsam mit den privaten Jägern: Es gibt lediglich 1.000 Berufsjäger, aber 360.000 ehrenamtlich tätige Jäger.

• Diese "Freizeitjäger" erlegten im vergangenen Jagdjahr bundesweit 1,14 Millionen Rehe und 0,6 Millionen Wildschweine – auch im Interesse von Forstverwaltungen und Landwirten. Diese Arbeit geschieht ehrenamtlich. Selbst beim derzeitigen Mindestlohn von 8,50 Euro (unteres Lohnniveau) läge die monetäre Wertschöpfung allein für das Erlegen von Rehen und Wildschweinen schon bei 245 Millionen.

• Wenn man die bejagbare Fläche in Deutschland von 35.000.000 Hektar, Lohnkosten für Berufsjäger und Helfer sowie Betriebskosten für Maschinen und Ausrüstung in die Rechnung einbezieht, dann ist die Arbeit der privaten Jäger etwa 2,7 Milliarden Euro jährlich wert. Geld, das sonst vom Steuerzahler aufgewendet werden müsste.

Entsorgung von verunfalltem Wild, Pflege von Biotopen oder Umweltbildung sind bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

• In niedersächsischen Landesforsten erlegen ehrenamtlich tätige Jäger beispielsweise 75 Prozent der Rehe und Hirsche. Ohne sie müsste jeder Revierförster in Niedersachsen jährlich über 100 Stück Schalenwild erlegen.

 

Jetzt Mitglied werden